27 März, 19
Benötigt ein Terrassendach einen Wasserablauf?
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Eine Terrassenüberdachung erfüllt viele Aufgaben und wertet den Freiplatz am Haus auf. Sie schützt vor Niederschlag, Sonne und Wind. Das Dach schützt nicht nur Menschen während des Aufenthalts. Möbel und Pflanzen können unbesorgt auch während Regen stehen gelassen werden. Ein Terrassendach mit Wasserablauf entsorgt das Regenwasser gezielt dorthin, wo es fließen soll. Statt zufällig entstehenden Fontänen sorgt der geordnete Wasserablauf für schadenfreie Entwässerung auch bei Starkregen und Schnee. Um aus der Terrassenüberdachung ein Schutzschild für das ganze Jahr zu machen, wird es in der Belastungsfähigkeit und der Neigung so ausgelegt, dass jede Art Niederschlag zuverlässig abläuft.

Dachbelastung und Neigung

Zwei wichtige Grundeigenschaften muss die Konstruktion des Terrassendaches erfüllen. Es muss Stabilität und Tragfähigkeit besitzen, um starkem Wind und großen Niederschlagsmengen zu widerstehen. Damit schmelzender Schnee und Regenwasser in optimierter Menge in die Rinne und in den Wasserablauf fließen können, ist ein bestmöglicher Neigungswinkel erforderlich. Damit der Regen in optimaler Menge in die Rinne an der Stirnseite des Daches fließt, ist eine Mindestneigung von elf Zentimetern pro laufenden Meter notwendig. Die Dimensionierung der Ablaufrinne wird der Dachfläche angepasst. Der Durchmesser muss die auftreffende Wassermenge ohne Überlaufen ableiten können.

Anlagen- und Gartenschutz

Von einer Terrassenüberdachung ohne Wasserablauf läuft der Regen und Schnee ungesteuert in zufälligen Fontänen ab. Das führt zu Unterspülungen des Terrassenbodens und der Zugangswege und Treppen. Wenn eine Böschung zum Garten hin angelegt ist, kann die Erde abrutschen. Diesem Risiko sind ohne geregelten Wasserablauf auch Beete und Pflanzungen aller Art ausgesetzt. Unregelmäßige Fontänen verursachen schnell Pfützen und Stauwasser, besonders in lehmhaltiger Erde. Je nach baulicher Gegebenheit benässt das Regenwasser Mauern und Wände so stark, dass Schäden am Putz und Mauerwerk entstehen können.

Bau- und wasserrechtliche Vorschriften

Das Wasserhaushaltsgesetz in Deutschland verlangt, Regenwasser und Schmutzwasser zu trennen. Diese Vorschrift muss auch beim Terrassendach mit Wasserablauf berücksichtigt werden. In den meisten Fällen wird das Wasser aus der Rinne der Terrassenüberdachung direkt in das Erdreich abgeleitet. Um den Ablauf vorschriftsgemäß zu realisieren, sollte das zuständige Bauamt befragt werden. Ein Anschluss an die Kanalisation ist nicht erlaubt. Eine praktische Lösung ist das Auffangen und Wiederverwenden des abfließenden Regenwassers. Es eignet sich als Gießwasser im Garten oder kann in einen Gartenteich geleitet werden. Als Auffangbehältnis dient eine Regenwassertonne oder ein Tank. Ein Überlaufschutz sollte eingeplant werden. Wenn sehr viel Regen das Behältnis gefüllt hat, muss das nachströmende Wasser geregelt weitergeleitet werden.

Konstruktionsarten

Eine Rinne wird an der quer sitzenden Traufe des Terrassendaches angebracht. Dabei ist der Ablaufwinkel des Regenwassers zu beachten. An einer oder zwei Seiten der Rinne wird ein Fallrohr montiert, das den Inhalt abfließen lässt. Die Rinnen können halbrund oder rechteckig geformt sein. Neben dem außen angebrachten Fallrohr gibt es in Stützpfeiler integrierte Fallleitungen. Der Abfluss ins Erdreich erfolgt in einem Fundamentfuß. Eine bewegliche Klappe im Fallrohr kann zum Füllen eines Auffangbehälters dienen. Wenn der Behälter voll ist, gibt die umgelegte Klappe den Abfluss in den Boden wieder frei. Im Boden am Betonfundament können weitere Rohre unterirdisch angeschlossen werden. Sie leiten oder verteilen das Wasser weiter. Auf diese Weise wird ungeeignetes Erdreich umgangen und eine bessere Verteilung auch bei hohen Niederschlagsmengen gewährleistet. Eine Abdeckung der Rinne mit Drahtgeflecht verhindert Verstopfung durch Laub und Geäst.

Kreative Lösungen

Um das ablaufende Wasser gut zu verteilen, kann unter dem Fallrohr eine Rinne als Bachlauf beispielsweise aus Findlingen und Steinen angesetzt werden. Wenn sich das ablaufende Wasser auf mehrere Fallleitungen verteilt, sind auch dekorative Ablaufketten eine Option. In jedem Fall muss bei jeder Konstruktion sicher gewährleistet werden, dass auch bei starken und wiederholten Niederschlägen kein Rückstau eintritt.